1. Grundsatz: Beleglage statt Wahrheitsversprechen
Die Plattform behauptet nicht, eine Meldung zu „100 Prozent“ als wahr oder falsch bestimmen zu können. Sie dokumentiert Quellen, überprüfbare Behauptungen, Gegenpositionen, Kontext, Unsicherheiten, Konfidenz und redaktionelle Entscheidungen. Jede Einordnung bleibt korrigierbar.
2. Autonome Nachrichtenrecherche
Ein serverseitiger Cronjob startet in einem konfigurierbaren Intervall eine OpenAI-Webrecherche. Der Auftrag umfasst deutsche Politik, allgemeine Nachrichten aus Deutschland, Weltpolitik und wichtige internationale Entwicklungen. Der Recherchezeitraum und die Zielanzahl neuer Meldungen sind im Adminbereich einstellbar.
3. Quellenbezug und Schutz vor erfundenen Links
Eine URL wird nur als Nachrichtenquelle gespeichert, wenn sie in den technischen Quellenbelegen der tatsächlich ausgeführten Websuche enthalten ist. Vom Modell lediglich im strukturierten Text genannte, aber nicht durch die Websuche belegte URLs werden verworfen. Quellen werden normalisiert, registriert und auf Sperrstatus geprüft. Nicht eindeutig amtliche Quellen beginnen unabhängig von der Modellbeschreibung als „noch ungeprüft“ und erhalten eine höhere Vertrauensstufe erst durch redaktionelle Einstufung.
4. Quellenhierarchie
Bevorzugt werden Primärquellen wie Gesetze, Parlamentsdrucksachen, Gerichtsentscheidungen, Behördenmitteilungen, Originaldokumente und direkte Erklärungen. Ergänzend werden etablierte Nachrichtenagenturen, redaktionelle Medien und fachlich geeignete Quellen verwendet. Primärquelle bedeutet nicht automatisch neutral oder vollständig; deshalb werden nach Möglichkeit unabhängige Quellen ergänzt.
5. Eigene Texte und Fremdinhalte
Gespeichert werden eigene Titel, Zusammenfassungen, Analysen, Kontexttexte, Behauptungsprüfungen und Quellenmetadaten. Fremde Volltexte und Bilder werden nicht automatisiert übernommen. Externe Inhalte werden verlinkt. Die konkrete Quellen- und Lizenzrichtlinie ist unter „Quellen und Nutzungsrechte“ erläutert.
6. Einordnung einzelner Behauptungen
Eine Nachricht kann mehrere Behauptungen enthalten. Diese werden möglichst getrennt bewertet, etwa als belegt, weitgehend belegt, teilweise belegt, umstritten, nicht verifizierbar, irreführend, falsch oder Meinung/Prognose. Eine falsche Einzelbehauptung macht nicht automatisch jedes Detail einer Meldung falsch.
7. Konfidenz und Risiko
Konfidenzwerte von 0 bis 100 beschreiben die eingeschätzte Belastbarkeit der Analyse anhand der gefundenen Belege. Sie sind keine objektive mathematische Wahrheitswahrscheinlichkeit. Die Risikostufe berücksichtigt unter anderem schwache Quellenlage, rechtliche Sensibilität, personenbezogene Vorwürfe, hohe Schadenswirkung und widersprüchliche Angaben.
8. Automatische Veröffentlichung
Automatische Veröffentlichung ist optional. Sie setzt einen plausiblen aktuellen Ereigniszeitpunkt, mehrere voneinander unabhängige Quellendomains, mindestens eine qualifizierte Quelle, mindestens eine quellengestützte Einzelbehauptung, eine konfigurierbare Mindestkonfidenz, niedrige Risikostufe und ein nicht blockierendes Faktenlabel voraus. Jede automatisch veröffentlichbare Einzelbehauptung benötigt mindestens einen tatsächlich recherchierten Quellenbeleg und eine Mindestkonfidenz. Umstrittene, nicht verifizierbare, irreführende, falsche oder riskante Inhalte gelangen in die redaktionelle Prüfung.
9. Redaktionelle Ebene
Die Administration kann Titel, Zusammenfassung, Analyse, Kontext, Einordnung, Risiko und Korrekturhinweise prüfen und ändern. Veröffentlichungen und Ablehnungen werden mit Admin-ID und Zeitpunkt protokolliert. Quellen können gesperrt oder in ihrer Vertrauens- und Rechteklasse angepasst werden.
10. Wahlkompass
Die Ergebnisberechnung ist deterministisch und nicht von einer KI-Empfehlung abhängig. Nutzerantworten und freigegebene Parteipositionen liegen auf einer Skala von −2 bis +2. Die gewichtete Distanz wird über die maximal mögliche Distanz normalisiert und als Übereinstimmung dargestellt. Übersprungene Thesen und nicht freigegebene Positionen werden nicht gewertet.
11. KI-Recherche von Parteipositionen
OpenAI kann Positionsvorschläge recherchieren. Ein Vorschlag wird nur gespeichert, wenn die angegebene Quelle tatsächlich in den Websuchbelegen enthalten ist. KI-Vorschläge erhalten den Status „Prüfung“ und werden erst nach redaktioneller Freigabe öffentlich berücksichtigt.
12. Petitionsprüfung
Petitionen werden auf Verständlichkeit, überprüfbare Behauptungen, Quellenlage und konkrete Rechts- oder Sicherheitsrisiken vorgeprüft. Politische Richtung, Unbequemlichkeit oder Minderheitenposition sind keine Ablehnungsgründe. Quellen aus der KI-Prüfung werden nur übernommen, wenn sie durch die Websuche belegt sind.
13. Kommentarmoderation
Automatisierte Moderation prüft auf konkrete Gewaltaufrufe, glaubhafte Drohungen, Doxxing, schwere gezielte Beleidigungen, Spam und offensichtlich rechtswidrige Inhalte. Politische Kritik und kontroverse Meinung sind erlaubt. Unsichere Fälle werden zur menschlichen Prüfung markiert.
14. Korrekturen und Beschwerden
Wesentliche Korrekturen werden am Artikel sichtbar gemacht. Nutzer können konkrete Inhalte oder Moderationsentscheidungen über ein strukturiertes Verfahren melden. Die Plattform protokolliert Bearbeitungsstatus und interne Entscheidungsnotizen.
15. Grenzen
Websuche kann Quellen übersehen. Primärquellen können interessengeleitet, unvollständig oder später korrigiert sein. KI kann Zusammenhänge falsch gewichten oder Formulierungen missverstehen. Historischer Kontext ist nie vollständig. Deshalb bleiben Quellenzugang, menschliche Kontrolle, Korrekturmöglichkeit und transparente Unsicherheit zentrale Bestandteile.
